...In mir schlummerte und gärte von jung auf der Drang nach schöpferischem Schaffen. Immer wieder, aber nur sporadisch, hat es mich zu Papier, Pinsel und Farben hingezogen. Es entstanden einige Bilder und sehr viele Notizen und Skizzen. Aber mein Beruf und meine Familie hatten Vorrang. Es hat sich deshalb so ergeben, dass ich den aufgestauten inneren Drang zur Kunst während vielen Jahren zurückdämmen musste. Dann so um das fünfzigste Lebensjahr herum ist die Staumauer gebrochen.

Wie ein Besessener stand ich nach gestressten Tagen an der Staffelei, vergass in diesen Stunden alles und schwelgte in einem Farbenrausch. Jedes Motiv oder Thema reizte mich, Gefühle oder Gedanken farblich umzusetzen. Es war, nein es ist heute noch so, als hätte ich verlorene Jahre nachzuholen.
Vielleicht hatte das lange Wartenmüssen auch sein Gutes? Trotzdem: meinen gelernten Beruf möchte ich nicht missen. Ich brauche beides, die Bilanzen für die Vernunftsebene, die Kunst fürs Gefühl....